Rektifikation

destillation03Der durch Maischedestillation gewonnene Rohbranntwein enthielt neben Äthanol als Hauptbestandteil störende Begleitstoffe wie Fuselöle und Aldehyde. Zur Reinigung, auch Rektifikation genannt, die die Alkoholzusammensetzung von 83 bis 85 Vol.% auf 95 bis 97. Vol % steigert, diente der 10 m hohe Rektifizierapparat im Apparateraum.
Zur Rektifikation beschickte man den Apparat mit durch Wasser auf 50 % Alkohol verdünnten Rohbranntwein, der dann beheizt wurde. Die bei der Verdampfung entwickelten Alkoholdämpfe durchströmten feingelochte Siebböden und verflüssigten sich zum Teil. Das niedergeschlagene Kondensat floss dann durch die in den Siebböden befestigten kupfernen Rückflussrohre wieder von Boden zu Boden nach unten zurück und wurde von neuem aufgekocht.
rektifikation01Die bis in das Oberteil des Apparates gelangten hochprozentigen Alkoholdämpfe stiegen in den Kondensator. Der Kondensator besteht im Innern aus Rohren, durch die der Alkoholdampf stieg und in denen die niedrigprozentigen Alkoholdämpfe verflüssigt wurden. Der niedergeschlagene Rohbrand im Kondensator floss wieder über den obersten Siebboden des Apparates zurück und wurde nochmals aufgekocht.
Die hochprozentigen reinen Alkoholdämpfe gelangten dagegen vom Kondensator in den Feinbrandkühler, wurden in dessen Innerem durch ein Kühlsystem geleitet und vollkommen verflüsssigt. Der hochprozentige Alkohol verließ den Kühler und passierte die Feinbrandvorlage (sichtbarer Austritt von Alkohol unter einer Glasglocke).