Seit 30 Jahren engagiert fürs Museum
Mit einem Empfang feierte der Förderverein des Museums der Stadt Hilden am Samstag seinen 30. Geburtstag.

aus Rheinische Post vom 17.02.2014 von Uli Schmidt

Sein 30-jähriges Bestehen feierte der Museums- und Heimatverein Hilden am Samstag im Bürgerhaus. Abgeordnete der Stadt - allen voran Bürgermeister Horst Thiele und sein Vorgänger Günter Scheib - sowie Landrat Hendele, dazu viele Vertreter von Parteien und verschiedener Organisationen gratulierten den engagierten Vereinsmitgliedern im altehrwürdigen Ratssaal.

Im historischen Ratssaal - dem Ort, wo der Verein gegründet wurde - übergab Vorsitzende Nicole Anfang Museumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler (l.) und Bernd Morgner (M.) historische Medizingeräte. Foto: Olaf StaschikIm historischen Ratssaal - dem Ort, wo der Verein gegründet wurde - übergab Vorsitzende Nicole Anfang Museumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler (l.) und Bernd Morgner (M.) historische Medizingeräte. Foto: Olaf StaschikDort wurde am 12. Januar 1984 der „Förderverein des Museums der Stadt Hilden" gegründet.

Gleich zu Beginn ihrer Fest-Moderation begrüßte Vereinsvorsitzende Nicole Anfang einen ganz besonderen Ehrengast: Gründungs-Vorsitzende Ulrike Unger war eigens aus Berlin gekommen. Nicole Anfang äußerte in ihrer Ansprache auch konkrete Wünsche für die Zukunft: „Ein neues Museumsgebäude auf dem Gelände Eller- und Benrather-Straße."

Das Wilhelm-Fabry-Museum zählt auf die Unterstützung des Vereins. Wohl deshalb überreichte Nicole Anfang charmanterweise anlässlich des Ehrentages einen antiken Satz von drei „Brenneisen" mit abschraubbarem Griff, der in alten Zeiten besonders zur Behandlung von Schusswunden geeignet war. Museumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler bedankte sich „für das wertvolle Geschenk" und versprach als Gegenleistung, dass der Schatz der gesamten medizin-historischen Sammlung ab 18. September dieses Jahres wieder zu bewundern sei. Ex-Bürgermeister Günter Scheib hielt die Festrede. Wer genau hinhörte, konnte aus einigen Zwischentönen heraushören, dass die Harmonie zwischen Verein und Verwaltung in der Vergangenheit nicht immer störungsfrei war. Scheib erinnerte an die Ursprünge des Museums, die 1927 in einer Gründerzeit-Villa an der Elberfelder-Straße lagen. Im Jahr 1971 wurde das Haus geschlossen, die Exponate wurden verteilt.

Am 18. Januar 1984 konnte dann die RP über einen neuen „Förderverein des Museums der Stadt Hilden" berichten, den Ulrike Unger gegründet hatte. Schon damals gab es den Vereins-Wunsch: „Ein neues Museum." Die Stadtväter, so berichtete Scheib, hatten andere Vorstellungen.

In der Folge änderten Hildens Heimatfreunde ihren Namen. Sie setzten auf öffentliche Veranstaltungen, organisierten eine viel beachtete Ausstellung „Stadt im Wandel der Jahrhunderte" und machten mit einer eigenen Zeitschrift auf sich aufmerksam. 1987 wurde laut Scheib „ein schlüssiges und zukunftsorientiertes Konzept" für das hiesige Museum entwickelt, in dem das medizinhistorisch orientierte Fabry-Museum und die Alte Kornbrennerei eine Einheit bilden. In den ersten drei Monaten nach Eröffnung am 17. September 1989 wurden über 3000 Besucher gezählt. 1999 wurde das 15-jährige Bestehen im „Alten Ratssaal" gefeiert.

Der Museums-und Heimatverein habe sich besonders durch sein Engagement „Von Bürgern für Bürger" verdient gemacht, sagte Scheib. Dazu zählen der „Tag des offenen Denkmals" oder die Einrichtung der „Artothek" ebenso wie der Einsatz für die Erhaltung der Mundart. Seit seiner Gründung kamen über 100 000 Euro an Spenden zusammen, die unter anderem für den Ankauf von Exponaten, Restaurierungen von Büchern und Dokumenten verwendet wurden. Besonderes Lob galt am Samstag auch der 2009 ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Elisabeth Harsewinkel, die im großen Fabry-Jahr 2010 dafür gesorgt hatte, dass Hildens berühmtester Sohn von einem neuen Sockel auf das städtische Leben blickt.

Auch der amtierende Bürger meister Horst Thiele bedankte sich bei Vorstand und Mitgliedern und führte aus: „Die rechtlichen Voraussetzungen für einen Neubau sind da. Die Stadt hat einen siebenstelligen Betrag für die entsprechen Grundstücke gezahlt." Für ein neues Museums-Gebäude, das mit 20 Millionen Euro veranschlagt wird, müssen die Verantwortlichen allerdings noch sparen.