Teil 1

Hildens berühmter Sohn

fabry_serie01Es gibt nur wenige Bilder von Wilhelm Fabry. Das hier veröffentlichte stammt aus dem Hildener Stadtarchiv.Am 25. Juni 1560 wurde der Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie, Wilhelm Fabry, geboren. Die Rheinische Post stellt den berühmten Hildener, begleitend zum heute beginnenden Fabry-Jahr, in einer Serie vor.

von Uli Schmidt
Quelle: Rheinische Post, Donnerstag, den 25. Juni 2009

Wilhelm-Fabry-Museum, Fabry-Denkmal, Fabry-Ehrenmedaille, Fabry-Realschule, und, nicht zu vergessen, die Fabricius- und die Marie-Colinet-Straße. Wer in Hilden lebt, kennt die Namen, weiß vielleicht, dass Wilhelm Fabry am 25. Juni 1560 in dieser Stadt geboren wurde. Interessierten Heimat-Forschern und Medizinern dürfte dieser Mann schon längst ein Begriff sein als „größter deutscher Wundarzt“ und „Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie“.
Fabry hat sein Wissen auf vielen Reisen gesammelt und in rund 20medizinischen Schriften an die Nachwelt überliefert, bevor er am 15. Februar 1634 in Bern/Schweiz gestorben ist. Wer aber war dieser Mann? Woher stammte er? Wie konnte der Junge aus dem kleinen Dorf Hilden an der Itter im 16. Jahrhundert soviel Wissen erwerben? Warum wurde er weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als Arzt berühmt? Und welche Erkenntnisse haben wir ihm heute noch zu verdanken?
Die RP wird in den nächsten Monaten diesen Fragen nachgehen, denn wenn die Stadt Hilden das Jahr 2010 zum Fabry-Jahr erklärt, wünschen wir uns Antworten. Alte Texte, teilweise noch in Latein verfasst, Übersetzungen, Briefe, Urkunden und die bisherigen Forschungs-Ergebnisse haben geholfen, diese Antworten zu finden. Es ist engagierten Hildener Bürgern zu verdanken, dass am 12. Januar 1984 der Förderverein des Museums der Stadt Hilden gegründet wurde, der schon ein Jahr später als Museums- und Heimatverein anerkannt wurde. Auf seine Initiative und mit Unterstützung der Stadt konnte am 17.September 1989 das Wilhelm-Fabry-Museum/Historische Kornbrennerei eröffnet werden. Es hütet heute neben wichtigen Original-Schriften eine umfangreiche Sammlung medizinhistorischer Instrumente, was zum Teil großzügigen Spenden zu verdanken ist. Daneben ist der Name des Museums Programm: Die Gegensatz-Themen Arzt-Patient, Diagnose-Therapie, Krankheit-Heilung werden hier seit 1992 in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Das hiesige Stadtarchiv ist ebenfalls eine unschätzbare Quelle von Informationen. Stadtarchivare und Mitarbeiter haben bis heute sorgfältig alles Wissenswerte über den berühmten Sohn der Stadt gesammelt.
In den Jahrbüchern und vielen, teilweise originalen Schriften, kann sich jeder historisch interessierte Mensch vor Ort kundig machen. Es gibt zusätzlich eine Fülle wissenschaftlicher Abhandlungen aus dem In- und Ausland, insbesondere der Schweiz, zu studieren, die sich nicht nur mit Fabrys medizinischen Erkenntnissen beschäftigen. Unsere Serie über „Guilelmus Fabricius Hildanus“ ist in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Hilden entstanden.


Fabrys Zeitgenossen

Johannes Calvin 1509 bis 1564.
Andreas Vesalius 1514 bis 1564.
Giordano Bruno 1548 bis 1600.
Francis Bacon 1561 bis 1626.
William Shakespeare 1564 bis 1616.
Galileo Galilei 1564 bis 1642.
Johannes Kepler 1571 bis 1630.
Peter Paul Rubens 1577 bis 1640.
Andreas Gryphius 1616 bis 1664.
Königin Elisabeth I., 1533 bis 1603.