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BRAVO wird 50! Zur Geschichte der Jugendkultur in Deutschland
Am 26. August 1956 erschien im Münchener Kindler & Schiermeyer Verlag zum Preis von 50 Pf mit einer Startauflage von 30 000 Exemplaren die Nr. 1 einer neuen Zeitschrift: "BRAVO - Die Zeitschrift für Film und Fernsehen"... |
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Seitdem hat BRAVO wie kein anderes Medium ganze Jugend-Generationen geprägt.
Bereits 1959 liegt die Auflage des inzwischen im Untertitel zielgruppengenauer in "Die Zeitschrift mit dem jungen Herzen. Film - Fernsehen - Schlager" umbenannten Heftes bei 523 000 Exemplaren. Sie wird weiter auf über eine Million Woche für Woche verkaufter Exemplare steigen, bis schließlich die allgemeine Auflagenkrise auf dem Printmedienmarkt am Ende des 20. Jahrhunderts auch das Ende der goldenen BRAVO-Zeit einläutet und dem Verlag die Entwicklung neuer Marktstrategien aufzwingt.
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"50 Jahre BRAVO" ist eine außerordentliche Ausstellung zur bundesrepublikanischen Zeitgeschichte. Nicht daran interessiert, selbst Trends zu setzen, sondern diese genau zu erforschen und in den Heften zu bedienen, stellt BRAVO ein einzigartiges Abbild von 50 Jahren Jugend(kultur) dar - und bietet sich damit geradezu für die vielfältige Beschäftigung - in Schule, politischer Bildung, Museen etc. - mit deutscher Zeit- und Jugendkulturgeschichte an.
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Das Wilhelm-Fabry-Museum nimmt im Jugendkulturjahr Hilden das 50-jährige Jubiläum von BRAVO zum Anlass, sich in einer Ausstellungspremiere mit diesem einzigartigen Phänomen zu beschäftigen. Nach Hilden wird die Ausstellung noch in zahlreichen deutschen Städten und auch in Wien und Kopenhagen präsentiert.
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Der Fokus der Ausstellung vor allem auf den folgenden Schwerpunkten liegen:
1. BRAVO als Spiegelbild des Zeitgeistes: von den Wirtschaftswunderjahren (Amerikanisierung, die Entdeckung des Teenagers als Konsumentenpotential) über die 60er Jahre (Beat, Hippies, APO) und die Wiedervereinigung (Spezialthema: BRAVO in der DDR) bis zu der "individualisierten" Vielfalt seit den 90er Jahren, in der ein "Generalist" wie BRAVO sich neuen Marktstrategien und Medien (BRAVO Girl!, -Sport, BRAVO-TV, Internetpräsenz etc.) öffnen muss.
2. Die Kommerzialisierung von Jugend(kulturen): Wie kein anderes Medium zuvor setzte BRAVO als Maßstab für künstlerische Qualität und die Berichterstattung den kommerziellen Erfolg. Von Anfang an widmete BRAVO den Aspekten der Vermarktung (Charts und andere kommerzielle Ranglisten) genauso viel Platz wie den künstlerischen Leistungen der Stars und nutzte auch zur Messung des kommerziellen Erfolges eine reichhaltige Palette modernster Methoden (Otto-Wahl, repräsentative EMNID-Studien, quantitative Leserbriefanalysen etc.).
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Es gibt wohl kein zweites Jugendmagazin auf der ganzen Welt, das so intensive Zielgruppenanalysen und Zielgruppenkommunikation betreibt. BRAVO steht damit zentral für die professionelle Kommerzialisierung der jugendlichen Freizeitwelten.
3. Sexualität: Ab Heft 43/1969 wurde das Thema Sexualaufklärung neben dem Starkult zu einem zweiten tragenden Element der BRAVO: „Dr. Sommer“ betrat die Bühne. Der dritte Schwerpunkt wird sich mit der Praxis der Sexualaufklärung in BRAVO beschäftigen. „Dr. Sommer“ wird in einer der Begleitveranstaltungen persönlich über seine Arbeit für BRAVO berichten.
4. Geschichte(n) vor Ort: Vor allem an den Ausstellungsorten soll die Bevölkerung - in Kooperation mit lokalen und regionalen Medien - motiviert werden, sich selbst an ihre "BRAVO"-Geschichte(n) zu erinnern und eigene Beiträge zur Ausstellung und zu den Begleitmaterialien zu liefern. Damit wird das überregional konzipierte Projekt eine lokale kulturgeschichtliche Grundierung erhalten.
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Die Ausstellung Die Ausstellung lebt im Wesentlichen von der Magie der Objekte; sie ist als möglichst authentische, kritisch-nostalgische, amüsante Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Jugendkultur- und Popgeschichte angelegt. Genutzt wird dabei die gesamte Palette möglicher Darstellungsformen von Originalexponaten in Glasvitrinen, Starschnitten in Lebensgröße, BRAVO-Heften zum Schmökern bis zu verschiedenen audiovisuellen, zum Teil interaktiven Präsentationen. Die Ausstellung wird ihre Premiere am 23. Oktober 2005 im Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden erleben, anschließend in mindestens 15 weiteren Städten in Deutschland und Europa gezeigt werden. Kommunen, Museen o. ä. Institutionen, die die Ausstellung in ihre Stadt holen möchten, können Informationen anfordern unter: Archiv der Jugendkulturen Berlin |
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Begleitprogramme
Während der Ausstellungsdauer werden den Kooperationspartnern vor Ort diverse Begleitveranstaltungen angeboten, u.a. zum Themenschwerpunkt Sexualaufklärung, zum Amerika-Bild der BRAVO, zu Jugendschutz- und medienkritischen Fragen. Als Referierende werden u.a. BRAVO-Stars, - Mitarbeitende und Jugendkulturforschende dabei sein. Schulen und anderen Bildungseinrichtungen wird ein kompaktes Fortbildungsangebot inklusive Referentinnen / Referenten angeboten.
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